Der Eigentümer und die Nutzungsberechtigten eines Grundstücks haben Bauteile, die auf ihr Grundstück übergreifen, zu dulden, wenn
es sich bei den übergreifenden Bauteilen um eine Wärmedämmung handelt, die über die Bauteilanforderungen des Gebäudeenergiegesetzes vom 8. August 2020 (BGBl. I. S. 1728) in der jeweils geltenden Fassung für bestehende Gebäude nicht hinausgeht,
eine vergleichbare Wärmedämmung auf andere Weise mit vertretbarem Aufwand nicht vorgenommen werden kann und
die übergreifenden Bauteile
an einer vorhandenen einseitigen Grenzwand auf dem Nachbargrundstück angebracht werden,
die Benutzung des betroffenen Grundstücks nicht oder nur geringfügig beeinträchtigen und
öffentlich-rechtlichen Vorschriften nicht widersprechen.
Die Duldungspflicht nach Satz 1 erstreckt sich auch auf die mit der Wärmedämmung zusammenhängenden notwendigen Änderungen von Bauteilen.
Dem Eigentümer des betroffenen Grundstücks ist ein angemessener Ausgleich in Geld zu leisten.
Sofern nichts anderes vereinbart wird, gelten § 912 Abs. 2 und die §§ 913 und 914 des Bürgerlichen Gesetzbuchs entsprechend.